Sonntag, 4. November 2007

Fazit der Rollibadmintonler

Angereist waren alle mit großen Erwartungen, diese wurden auch zur Zufriedenheit erfüllt. Deutschland ist unbestritten eine große und erfolgreiche Badmintonnation bei den Rollstuhlfahrern. Es gab aus Taiwan 2005 zwei Weltmeistertitel zu verteidigen und auch andere Medaillen hatten wir damals mit nach Hause gebracht.

Durchtrainiert und voller Spannung erwarteten wir die Wettkämpfe in Bangkok. Bei den Damen in der Klasse W2 starteten Elke Rongen, Carola Bohn und Mine Korkmaz. In dieser Reihenfolge waren sie auch gesetzt.

Die Rangliste, welche zum Setzen hinzugezogen wurde, löste bei allen Teilnehmern Erstaunen aus. Diese war mit Fehlern nur so gespickt und somit grottenschlecht geführt. Dies hatten die Athleten der IBAD zu verdanken, welche im Vorfeld so etwas hätte ausmerzen müssen. Doch die IBAD Sitzung am Mittwochabend sorgte nicht nur bei diesem „Ausrutscher“ für Klärung, indem man zwei Posten abwählte und durch neue ersetzte. Zu diesem Thema folgt an anderer Stelle noch eine ausführlichere Berichterstattung von Pascal.

Dieser ist jetzt wohlverdient im Urlaub auf Koh Samui gelandet. Gemeinsam mit Ellen, Petra und Lutz bezog man die Suiten im Pavillion Boutique Resort in Lamei. Die drei erstgenannten speisen gerade mit Meerblick zu Abend, wobei ich mit Fieber im Himmelbett liege und diese Zeilen hier tippe. Heute früh um 5 Uhr schlug eine orale-und rektale Inkontinenz bei mir zu.

Zurück zu den „Rollis“, wie sie liebevoll genannt werden. Alle drei oben genannten erreichten das Viertelfinale. Carola traf auf Elke und unterlag zu 12 und zu 11. Mine musste sich der Koreanerin Mi Ok Lee (Korea) beugen und Elke traf auf eben genannte. 45 min dauerte das Halbfinale und der Sieg ging in 3 Sätzen an die Koreanerin. Aber Elke konnte sich über eine Bronzemedaille auch so richtig freuen. Auch im Doppel starteten unsere 3 Mädels. Carola Bohn / Mine Korkmaz trafen im Halbfinale auf Elke Rongen / Nina Gorodetzky(Isreal). Die deutsch israelische Paarung zog mit 21:13/21:13 ins Finale ein. Wie erwartet spielten Sie gegen die starken Koreanerinnen Lee / Lee. Zu Gold reichte es für Elke mit Nina nicht, aber auch das silberne Edelmetall trug sie Stolz bei der Siegerehrung.

Manfred Steinhart und Thomas Wandschneider vertraten die deutschen Farben bei den Männern W2. Im ersten Spiel der Hauptrunde unterlag Manfred dem Türken Avni Kertmen. Durch Erkältung und rektale Inkontinenz geschwächt musste Thomas sein erstes Hauptrundenspiel absolvieren. Dieses gewann er noch souverän gegen den Israeli Shimon Shalom. Anschließend traf der amtierende Weltmeister auf den koreanische Vizeweltmeister Sam Seop Lee. Das dieses hochklassige Match schon im Viertelfinale stattfand, war auf eine Folge der bereits oben erwähnten, katastrophalen Setzliste. Obwohl der Koreaner in zwei knappen Sätzen die Oberhand behielt, dauerte diese Begegnung 45 min.
Gemeinsam mit unserem Ex-Deutschen und nun für die Türkei startenden Avni Kertmen bestritt Thomas das Doppel in dieser Klasse. Mit Freilos ins Halbfinale gekommen (da an 1 gesetzt), trafen sie dort auf die Paarung Rauber(Schweiz) / Hoecke(Niederlande). Durch 21:18/21:14 erspielte man sich, in einem sehr guten Match, den Einzug ins Finale.
Wie nicht anders zu erwarten rollten dort die Koreaner aufs Feld, um die Goldmedaille zu holen. Jung Man Choi/ Sam Seop Lee beherrschten trotz knappen Spielausgang 21:17/21:16 durch sehr kluges, taktisches und diszipliniertem Spiel das Finale. Silber für Thomas und Avni waren bei dieser WM das Maximum.
Im Mixed dieser Klasse reichte es für Mine Korkmaz / Avni Kertmen nicht zum Weiterkommen in die nächste Runde. Endstation gegen die Koreaner Mi Ok Lee / Jung Man Choi(welche Weltmeister wurden) war diesmal das Viertelfinale.
Manfred und Elke waren in dieses klasse an Nr. 2 gesetzt. Im Viertelfinale hatten beide daher ein Freilos. Das Halbfinalespiel bestritten sie gegen die späteren Weltmeister Lee/Choi aus Korea. Die Silbermedaille verschwand in der Ferne durch eine 13.21 und 15.21 Niederlage.
In der Rollstuhlklasse W3 schwangen Sigmund (Siggi) Mainka und Georg Vogel (Gorgina Birdy) den Schläger für die deutsche Mannschaft. Beide kamen in den Gruppenspielen weiter und standen somit im Achtelfinale.
Georg beherrschte das Achtelfinale mit seinem druckvollen und taktischen Spiel gegen den für Macao startenden Chao Ut Weng und gewann klar mit 21:6/21:5. Amir Levy, der Weltmeister von 2005, wartete auf Georg im Viertelfinale. Dieser zeigte ihm nun SEIN druckvolles und taktisches Spiel und schickte Georg ebenfalls klar mit 21:6/21:5 zum Duschen.
Für eine spielerische Überraschung sorgte Siggi. Der gebürtige, polnische Sunnyboy schmiss zunächst den an 6 gesetzten Aviad Barzilai (Israel) in der Vorrunde aus dem Turnier. Anschließend, im Achtelfinale, gegen den an Nr. 4 gesetzten Michael Mykler, ebenfalls für Israel startend, spielte sich „Siegesmund“ in einen Rausch. Gegen diesen starken Israeliten hatte er noch nie gewonnen. Schon deshalb war es eine sehr schwere Aufgabe. Mit 21:14/21:16 -nach achtundzwanzig Minuten- 3 Litern Schweißverlust und jeder Menge neuer grauer Haare bei Betreuern, konnten ihn seine Fans, vor allen auch jede Menge weiblicher(davon hatte Siggi die meisten), feiern. Dieses Spiel hatte viel Kraft gekostet und der spätere Weltmeister aus Malaysia war dann im Viertelfinale eine Nummer zu groß für unseren Sonnenjungen. Mit 8:21/9:21 rollte Siggi aus dem Turnier.
Im Herrendoppel verwehrte die Weltklassepaarung Fairuz/Saibon (Malaysia) Georg und Siggi den Griff nach Bronze. Das hart umkämpfte Match endete 16:21/17:21.
Georg spielte alle 3 Disziplinen und mit Carola Bohn den Mixedwettbewerb. Wieder einmal und wie so oft bei diesen Weltmeisterschaften waren die Koreaner Endstation für uns. Klar gewannen Jong Mi Yoon/Gyeong Hwan An das Viertelfinalspiel mit 21:7/21:10.
Wie ganz am Anfang erwähnt, sind unsere Rollis ganz zufrieden mit den erzielten Ergebnissen bei diesen IBAD World Badminton Championships in Thailand 2007.











Kommentare:

clemi hat gesagt…

hallo Lutz und Petra! danke für die schöne berichterstattung und schönen erholsamen urlaub. tschau clemi

Anonym hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und natürlich an die Weltmeister und an alle Gewinner! Ich finde die Berichterstattung super, herzlichen Dank dafür. Jetzt wünsche ich Petra und Lutz einen schönen Urlaub und erholt euch gut. Gaby aus Zittau